Offener Brief an die Kirchenleitung der EKHN zur Unterstützung freiberuflicher Musiker*innen

Sehr geehrter Herr Kirchenpräsident Dr. Jung,
sehr geehrte Damen und Herren der Kirchenleitung,

die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie treffen alle Kulturschaffenden hart. Mittlerweile haben alle kulturellen Einrichtungen ihren Betrieb eingestellt.
Auch die Kirchenmusik macht hier keine Ausnahme. In einer der kirchenmusikalisch aktivsten Zeiten fallen alle Konzerte, Gottesdienste und Proben aus und wir können im Moment nicht abschätzen, wann dieser Zustand enden wird.

Die festangestellten Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker spüren zwar die Einschränkungen in der Arbeit, sind aber materiell abgesichert. Die Gehälter werden weiter gezahlt und die Corona-Krise schafft andererseits kreative Freiräume, wie man an sich immer weiter entwickelnden Angeboten in den nicht mehr ganz neuen Medien – vom Wohnzimmerkonzert über gestreamte Gottesdienstformate bis hin zum Probenbetrieb via online-Tutorials - ablesen kann.

Viel härter trifft es dagegen die freiberuflich Tätigen. Da sind einerseits die zahlreichen Organist*innen und Chorleiter*innen, die Woche für Woche auf der Grundlage von Einzel- Honorarverträgen in unseren Kirchen Dienst tun. Ihnen brechen die Gottesdienste weg. Wir begrüßen alle Versuche, ihnen weiterhin (evtl. auf der Grundlage der im langfristigen Mittel erzielten monatlichen Einnahmen) ein Honorar zukommen zu lassen. Auf diese große Gruppe von in der Kirche musikalisch aktiven Menschen können wir auch nach der Corona-Krise nicht verzichten, denn auch nach der Krise werden wir wieder Menschen brauchen, die sich Sonntag für Sonntag auf der Orgelbank, vor Chören und anderen Ensembles engagieren.

Auf der anderen Seite haben wir mit freiberuflich tätigen Sänger*innen und Orchestermusiker*innen z.T. langjährige Partner, die durch den „Corona-Shutdown“ in eine dramatische, existenzgefährdende Lage geraten sind. Freiberufliche Sänger*innen und Instrumentalist*innen gestalten durch ihre künstlerische Tätigkeit kirchlich-musikalisches Leben auf hohem Niveau mit. Sie erzielen damit gleichzeitig einen Großteil ihrer Einnahmen p.a. aus den Gottesdiensten und Konzerten im März und April. Da im Regelfall gilt, dass für durch die Corona-Krise ausgefallene Veranstaltungen kein Honorar gezahlt wird, stehen diese Kolleg*innen vor dem Nichts, sie verlieren ihre Lebensgrundlage.
 Die Kirchen mit ihren Aufführungen der großen Passionen und anderen groß besetzten oratorischen Werken sind in dieser Zeit Hauptarbeitgeber und steht damit auch in einer besonderen sozialen wie moralischen Verantwortung. Vor diesem Hintergrund bitte ich um Solidarität mit den freischaffenden Kolleg*innen.

Im Namen der Kirchenmusikerschaft der EKHN bitten wir um folgende Maßnahmen:
1. Wo Ausfallhonorare und -gebühren vereinbart wurden, sollten diese anstandslos
gezahlt werden. Gegebenenfalls sollten die Gemeinden durch Rücklagenentnahmen auf der Dekanatsebene finanziell entlastet werden.
2. Im Bereich der auf Honorarbasis tätigen Kirchenmusiker*innen sollte flächendeckend eine (Durchschnitts-) Honorarzahlung weiter erfolgen.
3.Die EKHN sollte einen Nothilfe-Fond zur Unterstützung unserer freiberuflichen Partner auflegen, um die finanziellen Einbußen wenigstens zum Teil abfedern zu können. Schließlich geraten die Musiker*innen durch Konzertabsagen unsererseits unverschuldet in finanzielle Not. Dabei geht es um schnelle, möglichst unbürokratische Hilfe; bis staatliche Hilfen bei den Betroffenen ankommen, dürfte es an vielen Stellen zu spät sein.

Wir verweisen in diesem Zusammenhang auf den offenen Brief des Deutschen Musikrates www.musikrat.de/aktuelles an die beiden großen Kirchen.
Wir denken aber, dass ein Nothilfe-Fonds eine bessere Alternative wäre. Dieser Fonds könnte gespeist werden aus freien gesamtkirchlichen Mitteln, Spenden und gemeindlichen Mitteln und Dekanatsmitteln für Kirchenmusik, die derzeit nicht benötigt werden und nicht angespart werden sollten. Da Spenden und gemeindliche Mittel nur auf freiwilliger Basis gegeben werden können, arbeiten wir gerne an der Verbreitung entsprechender Aufrufe mit.

Wir danken Ihnen für Ihre Unterstützung.

Mit freundlichen Grüßen

Stefan Küchler

Vorsitzender des
 Landesverbandes ev. Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker in Hessen und Nassau

Herzlich Willkommen

auf der Internet-Seite des Verbandes Evangelischer Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker in Hessen und Nassau. Wir freuen uns über die Möglichkeit, Ihnen hier unseren Verband näher vorzustellen und Sie mit unserer Arbeit und unseren Zielen vertraut zu machen.

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Aktuelles

Streaming von Gottesdiensten und Andachten

Durch das bundesweite Verbot von Gottesdiensten und sonstigen Versammlungen in Kirchen gewinnt das Streamen neue Attraktivität. Eine Anleitung der EKHN finden Sie hier.

Mitglieder-Versammlung 2020 abgesagt

Die für Samstag, 14. März geplante Mitgliederversammlung musste leider aufgrund der Entwicklungen in der Corona-Krise kurzfristig angesagt werden. Ein Ersatztermin wird noch gesucht und den Mitgliedern des Berufsverbands rechtzeitig mitgeteilt.

Neuer Tarifabschluss in der EKHN

Im November 2018 hat sich die Arbeitsrechtliche Kommission der EKHN auf einen neuen Tarifabschluss geeinigt: Rückwirkend zum 1. August 2018 erhalten die Angestellten der EKHN mehr Gehalt. Eine weitere Erhöhung folgt am 1. Januar 2020. Weitere Details finden Sie hier.

 

 

Offener Brief: Bitte um Nothilfefond

Aufgrund der aktuellen Situation erreichen den Berufsverband und seine Kirchenmusik-Kolleg*innen zahlreiche Hilfsersuchen der langjährigen Partner aus der Gruppe der freiberuflich tätigen Musiker*innen. Im Namen der Kirchenmusikerschaft der Landeskirche bittet der Verbandsrat in einem offenen Brief an die Kirchenleitung um Unterstützung. Den Brief im Wortlaut finden Sie hier.

Freizeitausgleich für Dienst an Feiertagen

Der Landesverbandsrat hat bei der Personalabteilung der EKHN nachgefragt, wie es sich mit dem Freizeitausgleich für die kirchenmusikalischen Dienste an staatlichen Feiertagen verhält. Auch der Spezialfall des Feiertagsdienstes am arbeitsfreien Tag kam zur Sprache. Die entsprechenden Regelungen lesen Sie hier.

Kirchenmusikkongress 2020 in Berlin

Am 15.-16. Oktober 2020 findet in Berlin nach 2010 und 2012 ein weiterer Kirchenmusikkongress statt. Er widmet sich dem Themenfeld „Kirchenmusik: Chance für Kirche, Kultur und Gesellschaft“. Weitere Informationen erhalten Sie hier.